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18.04.2010

Katastrophenschutz Übung in Rehna

130 Mann gegen eine Katastrophe

Rehna - Brandbekämpfung, Gefahrguteinsatz, Menschen retten: Eine Übung für den Ernstfall forderte in Rehna gestern das Können von sieben Feuerwehren.

Großalarm im Gewerbegebiet: Aus der Lagerhalle des Fischveredelers Femeg dringt dicker Qualm. Es ist 9.23 Uhr als die Freiwillige Feuerwehr Rehna mit ihren ersten Einsatzfahrzeugen anrückt. Jede Minute zählt. Es geht um Menschenleben, denn in den Hallen der Femeg Produktions- und Vertriebs GmbH wird an diesem Sonnabendmorgen gearbeitet.

Als die Brandschützer Tor 3 der Warenausgabe öffnen, quillt ihnen undurchdringlich dichter Rauch entgegen. Schnell steht fest: Allein sind die Männer und Frauen aus Rehna der Aufgabe nicht gewachsen. Zusätzlich werden jetzt Brandschützer und Rettungskräfte aus Gadebusch, Selmsdorf, Dassow, Neuburg, Bad Kleinen und Warin angefordert.

Während die Verstärkung unterwegs ist, legen Rehnas Brandschützer Atemschutzmasken an. Mit Sauerstoffflaschen auf dem Rücken tasten sie sich ins Innere der Lagerhalle vor. Auf dem Betriebsgelände seilen sich derweil Feuerwehrmänner in einen Gullyschacht ab. Es wird von Chemikalien gesprochen, die nicht vom Firmengelände fließen dürfen.

Zurück an der Warenausgabe: Eine erste Arbeiterin wird gerettet. Aber Verletzungen hat sie nicht. Lediglich ein Plastikschild mit der Aufschrift „Schnittwunden an den Armen“ hängt um ihren Hals. Jetzt ist klar: Das Ganze ist eine Übung. Die Feuerwehrleute wissen das, doch lassen sie es sich nicht anmerken. Es wird gearbeitet wie im Ernstfall.

Ab 10.12 Uhr beobachten die ersten Schaulustigen die Katastrophenschutzausbildung durch den Firmenzaun. Während immer mehr Personen geborgen werden, sprechen einige Feuerwehrmänner plötzlich von einem Gefahrguteinsatz. Kurz darauf rücken 22 Mann des Lübecker Gefahrgut Löschzuges an. Das Feuer wird zum kleineren Übel. Plötzlich gilt es, eine Katastrophe zu verhindern:
Hochgiftiges Gas tritt aus den Ammoniakverdichtern im Technikbereich. Die Brandschützer erfahren, dass die Femeg ganze drei Tonnen Ammoniak lagert, zum Kühlen des tiefgefrorenen Fisches.

Mit blauen und grauen Schutzanzügen versuchen die Brandschützer das giftige Gasgemisch aufzufangen. Zu diesem Zeitpunk wird immer noch ein Arbeiter vermisst. Es ist Stephan Meier. Seit mehr als zwei Stunden harrt er im Lager aus, bei nicht mehr als 10 Grad Celsius. Endlich um 11.10 Uhr wird Meier als letzte vermisste Person gerettet. Dreißig Minuten später ist die Großübung, die gestern 130 Einsatzkräfte beanspruchte, beendet. Mit Erfolg.

„Das hat doch wirklich gut funktioniert“, sagte Tim Grunewald, technischer Leiter von Femeg. Und auch der Einsatzleiter, Rehnas Wehrführer Henry Wanzenberg, zeigte sich zufrieden: „Das war eine sehr komplexe Ausbildung. Es gab noch Probleme auf Grund der verschiedenen Arbeitsweisen der Wehren, aber das ist jetzt abgestimmt.“

Quelle: Lübecker Nachrichten

Torsten Ries

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