An die Schaulustigen
Vielen Dank für Ihr reges Interesse an der Arbeit der Rettungskräfte.
Wir wissen Ihre "hautnahe Anteilnahme" am Schaden Anderer zu schätzen! Entschuldigen Sie, falls wir Ihnen versehentlich die Sicht versperren und nicht auf Ihre Ratschläge hören.
Ihre Feuerwehr
Es macht uns Spaß!
Ihr sagt, wir wären Säufer, ihr sagt, wir würden nur besoffen zu Einsätzen fahren. Ihr verliert selten ein gutes Wort über uns, doch so sind wir gar nicht! Natürlich trinken wir gerne zusammen, doch nicht öfter und mehr als andere Leute. Und wir nehmen unsere Aufgaben so gut wahr wie wir es als Menschen können.
Wir versuchen 365 Tage im Jahr, 7 Tage die Woche und 24 Stunden am Tag für euch da zu sein. Wenn euer Haus brennt, löschen wir es, wenn ihr im Auto eingeklemmt seid, schneiden wir euch raus und kommt ihr nicht über eine Straße, machen wir den Weg frei. Und es macht uns Spaß!
Auch das Dorfleben gestalten wir mit, wir organisieren das Osterfeuer und wem macht ein Osterfeuer keinen Spaß? Ich arbeite mit Kindern aus dem Kindergarten und den Schulen. Und es macht uns Spaß!
Manchmal haben wir furchtbare Einsätze, wenn wir auf die Autobahn müssen, dann fragt man sich jedes mal ob wieder ein Mensch sein Leben verloren hat oder ob es einen Anblick gibt der sich für immer in die Seele einbrennt.
Jedes mal setzen wir unser Leben aufs neue aufs Spiel um euch zu helfen. Sobald wir mit dem Löschfahrzeug auf der Straße sind und das Martinshorn jault, setzen wir unser Leben aufs Spiel. Denn, wie viele Feuerwehrmänner haben schon ihr Leben auf einer Fahrt zum Einsatz verloren? Wie viele es auch immer sind, es sind zu viele.
Wenn wir unter PA ins Feuer gehen um euer Leben, oder das eures Kindes zu retten, setzen wir unser Leben aufs Spiel. Jedes mal wenn wir uns einem brennenden Haus nähern, setzen wir unser Leben aufs Spiel, denn das Feuer ist unberechenbar.
Aber es gibt auch schöne Momente. Jedes mal, wenn man in Einsatzkleidung durch das Dorf geht und die Kinder sagen „Guck mal ein Feuerwehrmann“ und man das Strahlen in ihren Augen sieht. Jedes mal, wenn man ihnen den Helm auf den Kopf setzt und sie sich toll damit fühlen. Jedes mal wenn man einrückt und sich sagen kann „heute habe ich wieder einen Menschen gerettet“
Ihr könnt sagen was ihr wollt, die Freiwillige Feuerwehr ist für uns das Größte. Welches kleine Kind träumt nicht davon Feuerwehrmann zu werden? WIR haben uns diesen Traum verwirklicht, und WIR helfen so, wie wir es als kleine Kinder immer wollten.
Und es macht uns Spaß! Und jetzt sagt noch einmal wir wären nur Säufer! Wir sind normale Menschen, doch wenn ihr uns braucht, sind wir für euch da.
Ein Feuerwehrmann und stolz darauf es von sich sagen zu dürfen
Warum Mami?
Alkohol am Steuer: Tod einer Unschuldigen
Ich ging zu einer Party Mami, und dachte an deine Worte. Du hattest michgebeten, nicht zu trinken, und so trank ich keinen Alkohol. Ich fühlte mich ganz stolz Mami, genauso, wie du es vorhergesagt hattest. Ich habe vor dem Fahren nichts getrunken, Mami, auch wenn die anderen sich mokierten. Ich weiß, dass es richtig war, Mami, und dass du immer Recht hast. Die Party geht zu Ende, Mami, und alle fahren weg. Als ich in mein Auto stieg, Mami, wusste ich, dass ich heil nach Hause kommen würde. Aufgrund deiner Erziehung. So verantwortungsvoll und fein.
Ich fuhr langsam an, und bog in die Straße ein. Aber der andere Fahrer sah mich nicht, und sein Wagen traf mich mit voller Wucht. Als ich auf dem Bürgersteig lag, Mami, hörte ich den Polizisten sagen, der andere sei betrunken. Und nun bin ich diejenige, die dafür büßen muss. Ich liege hier im Sterben, Mami, ach bitte, komm' doch schnell. Wie konnte mir das passieren? Mein Leben zerplatzt wie ein Luftballon. Ringsherum ist alles voll Blut, Mami, das meiste ist von mir. Ich höre den Arzt sagen, Mami, dass es keine Hilfe mehr für mich gibt.
Ich wollte Dir nur sagen, Mami, ich schwöre es, ich habe wirklich nichts getrunken. Es waren die anderen, Mami, die haben einfach nicht nachgedacht. Er war wahrscheinlich auf der gleichen Party wie ich, Mami. Der einzige Unterschied ist nur: Er hat getrunken, und ich werde sterben. Warum trinken die Menschen, Mami? Es kann das ganze Leben ruinieren. Ich habe jetzt starke Schmerzen, wie Messerstiche so scharf. Der Mann, der mich angefahren hat, Mami, läuft herum, und ich liege hier im Sterben. Er guckt nur dumm. Sag' meiner Schwester, dass sie nicht weinen soll, Mami. Und Papi soll tapfer sein. Und wenn ich dann im Himmel bin, Mami, schreibt "Papis Mädchen" auf meinen Grabstein. Jemand hätte es ihm sagen sollen, Mami, nicht trinken und dann fahren. Wenn man ihm das gesagt hätte, Mami, würde ich noch leben. Mein Atem wird kürzer, Mami, ich habe große Angst. Bitte, weine nicht um mich, Mami. Du warst immer da, wenn ich Dich brauchte. Ich habe nur noch eine letzte Frage, Mami, bevor ich von hier fortgehe: Ich habe nicht vor dem Fahren getrunken, warum bin ich diejenige, die sterben muss?
Anmerkung: Dieser Text in Gedichtform war an der Springfield High School in Umlauf, nachdem eine Woche zuvor zwei Studenten bei einem Autounfall getötet wurden.
Feuerwehrmann du hast keine Chance !
Wenn wir im Verkehrsstau 40 Sekunden lang aufgehalten werden, sagen die Leute: "Sie brauchen 20 Minuten um herzukommen !"
Wenn Wir mit 60 km/h durch die Straßen fahren, sagen sie: "Schaut euch die rücksichtslosen Spinner an !"
Wenn Feuerwehrleute Fenster eindrücken, um durch Ventilation die Hitze bei der Brandbekämpfung zu verringern sagen sie: "Seht euch die Kaputtmacher an !"
Wenn wir den Fußboden aufreißen um an den Brandherd zu gelangen, sagen sie: "Da läuft die Holzfällerbande !"
Wenn der Zugführer weit hinten steht, von wo er seine Männer sehen und leiten kann, sagen sie: "Er hat Angst, dahin zu gehen, wohin er seine Leute schickt !"
Wenn Wir ein Gebäude verlieren, sagen die Leute: "Das ist eine lausige Feuerwehr !"
Wenn wir schnell mit dem Feuer fertig sind, sagen sie: "Es war kein richtiges Feuer !"
Wenn viel Wasser benötigt wird, sagen die Schaulustigen: "Die richten mit dem Wasser mehr Schaden an als das Feuer selbst !"
Wenn ein Feuerwehrmann verletzt wird, sagen alle: "So ein leichtsinniger Bursche !"
Wenn er im Einsatz sein leben lässt, sagen sie zu seiner Familie "Damit musste er rechnen als er zu Feuerwehr ging "
Armer Feuerwehrmann, Du kannst es niemandem recht machen!
Die Idioten von der Feuerwehr
Stellen Sie sich bitte mal vor, dass Sie an einer Hauptstraße wohnen. Nachts um drei Uhr fährt mit Tatü Tata und Radau die Feuerwehr und der Rettungsdienst mit größtenteils freiwilligen und unbezahlten Helfern an Ihrem Haus vorbei. Sie werden sofort wach und denken eventuell...
... Hoffentlich kommen die noch rechtzeitig
oder
... Naja, nach der StVO muss der Fahrer ja mit Blaulicht und laufendem Signalhorn fahren
oder (am wahrscheinlichsten)
... Müssen diese Idioten wieder so einen Krach machen?
Aber haben Sie auch schon einmal daran gedacht, dass diese Idioten vor drei Minuten noch genauso friedlich in ihrem Bett schlummerten wie Sie? Dass diese Idioten auch um 6 Uhr früh wieder raus müssen, wie Sie? Und dass diese Idioten, wenn sie nach drei Stunden Einsatz wieder ins Bett fallen, sowieso nicht mehr schlafen können? Man schläft halt nicht so gut, wenn man gerade einen Menschen aus einem brennenden Haus oder verunfallten Fahrzeug gerettet hat! Wenn man ihn überhaupt noch retten konnte!
Aber wahrscheinlich werden Sie gar nicht wach, weil unsere Fahrer aus Rücksicht auf Sie trotz Vorschrift das Martinshorn auslassen. Dann haben Sie eben Glück und brauchen sich nicht über diese IDIOTEN von Feuerwehr, Rettungsdienst und den anderen Organisationen aufregen...
Aber manchmal wünschte ich, Sie wüssten wie es ist:
- Den Kummer der Familie zu sehen, die gerade nach Hause kommt und ihr Haus und ihre Habseligkeiten beschädigt oder gar zerstört vorgefunden hat.
- Ein brennendes Schlafzimmer nach eingeschlossenen Menschen abzusuchen, die Flammen schlagen über den Kopf hinweg, Handflächen und Knie schmerzen, weil man kriechen muss.
- Die Furcht in den Augen der Ehefrau zu sehen, wenn ich ihrem Ehemann den Puls fühle und keinen finde. Ich hoffe wieder besseren Wissens, ihn ins Leben zurück zu holen, aber weiß doch, dass es zu spät ist. Aber seiner Familie muss ich das Gefühl geben, dass wir alles mögliche getan haben.
- Den unvergleichlichen Geruch brennender Isolierung, den Geschmack von Ruß auf den Schleimhäuten, das Gefühl der intensiven Hitze, die durch die Ausrüstung dringt, das Geräusch der lodernden Flammen und die Beklemmung, absolut nichts durch den dichten Rauch sehen zu können, nachempfinden zu können.
- Am Morgen zur Schule oder zur Arbeit zu gehen, nachdem man den größten Teil der Nacht heiß und dann wieder durchgeschwitzt beim Großfeuer verbracht hat.
- Zu einem Feuer gerufen zu werden. Ist es ein Fehlalarm, oder ein fortgeschrittenes Feuer? Wie ist das Gebäude konstruiert? Welche Gefahren erwarten mich? Sind noch Menschen eingeschlossen?
- Eine junge Frau aus den zertrümmerten Resten ihres Wagens zu ziehen. Was wäre, wenn es meine Schwester, meine Frau oder eine Bekannte wäre? Wie werden Ihre Eltern reagieren, wenn vor ihrer Haustür ein Polizist steht, der seine Mütze in der Hand hält???
- Nach Hause zu kommen und meine Eltern/meine Familie zu begrüßen, aber nicht erzählen zu können, dass man beinahe eben nicht mehr vom Einsatz zurückgekommen wäre.
- All die Tragödien verarbeiten zu müssen, die meine Augen gesehen haben.
- Einen kleinen Jungen auf dem Arm zu tragen, der fragt "Ist meine Mama okay?", und es einem unmöglich ist, ihm in die Augen zu schauen, ohne dass die Tränen in die Augen steigen; oder einen alten Freund zurückzuhalten, der mit ansehen muss, wie sein bester Kumpel in den Rettungswagen getragen wird.
Mit freundlichen Grüßen Ihre Feuerwehr, Ihr Rettungsdienst, Ihre Polizei und all die anderen Organisationen
Petrus
Petrus stand die Hand am Ohr Wieder an dem Himmelstor; Vielen war von dieser Welt Lang bei ihm Quartier bestellt.
Da rief der Cherubim: "Hört Er! Ich befehle ihm, Leute von der Feuerwehr Lasst Er ohne weit'res her.
Lasst sie ein ins Himmelreich, wie sie ausseh'n ist mir gleich; denn die Kerls, ich seh's voraus, löschen sonst die Höllle aus,"
Ist Dir um die Höllle bang? Guter Petrus: Gott sei Dank! In den Himmel kommt seither Jeder von der Feuerwehr.
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